Honig weltweit

Unsere Imkerei In Linkenheim-Hochstetten

Was ist eigentlich eine Imkerei?

Meine Frau und ich haben eine kleine Imkerei in Linkenheim-Hochstetten. Doch was ist eigentlich eine Imkerei? Oft stellt man sich unter diesem Begriff einen großen wirtschaftlichen Betrieb vor. Vielleicht einen in dem viele Imker und andere Menschen arbeiten. Ein Betrieb mit vielen dutzend oder gar hundert Bienenvölkern. Das kann so sein. Muss aber nicht.

Die Imkerei

Es ist schon richtig, dass die Imkerei der Betrieb eines Imkers ist. Darunter zählt man dann die anfallenden Arbeiten des Imkers, nämlich das Ernten des Honigs, der Pollen oder von Propolis, die Bienenhaltung selbst, als auch das Ganze was damit verbunden ist. Auch die Bienenvölker sind Teil der Imkerei. Ebenso kann unter dem Begriff der Imkerei aber auch der Ort verstanden werden, an dem der Imker seinen Betrieb ausübt. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob das Imkern als Hobby oder im Neben- oder Vollerwerb ausgeübt wird.

Imkern als Hobby

Auch wer das Imkern als Hobby betreibt, hat oft eine kleine Imkerei. So hat es auch bei uns angefangen. Die Faszination für die kleinen Tiere und den wohlschmeckenden Honig führt dann in der Regel dazu, dass mit der Zeit immer mehr Bienenvölker dazu kommen. Als Hobbyimker ist man aber nicht alleine. Schätzungen gehen davon aus, dass es über 87.000 Imkereien in Deutschland gibt. Die überwiegende Mehrheit, betreiben diese jedoch als Hobby oder im Nebenerwerb. Nur schätzungsweise zwei bis drei tausend Imker dürfen hauptberuflich imkern. So gibt es in unserer kleinen Gemeinde Linkenheim-Hochstetten auch viele Imkereien, von denen viele gar nicht nach außen in Erscheinung treten. Von der kleinen Imkerei wie der unseren, bis zur großen Imkerei ist bei uns im Dorf alles vertreten.

Unsere HoBee-Imkerei in Linkenheim-Hochstetten im Landkreis Karlsruhe

Braucht der Imker eine Ausbildung?

Es gibt eine dreijährige Ausbildung zum Tierwirt mit der Fachrichtung Bienenhaltung. Diese ist staatlich geregelt und es gibt sogar eine Weiterbildung zum Meister. Doch die wenigsten Imker haben eine solche Ausbildung. Die Liebe zur Natur und zu den kleinen Insekten treibt die Imker an. Wer nicht das Glück hat mit einer Imkerei aufzuwachsen, der bringt sich das Imkern quasi im Selbststudium bei. Unterstützung bieten dabei Imkerpaten und die Imkervereine. Mittlerweile gibt es einige Online-Kurse zum Imkern und auch zum Beispiel die Universität Hohenheim bietet Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramme für Imker an. Leider sind diese Kurse immer nach kürzester Zeit ausgebucht.
Dennoch sollte ein Imker nie ruhen. Beim Imkern kann man immer dazulernen. Sei es dabei, wenn man sich mit anderen Imkern austauscht oder die entsprechenden Fachvorträge besucht. Gerade das Thema rund um die Varroamilbe, einer der gefährlichsten Feinde der Biene, wird aktuell heiß diskutiert. Es scheint so, dass Wissenschaftlern der Universität Hohenheim ein Durchbruch bei der Bekämpfung dieses Schädlings gelungen ist. Dennoch wird es einige Zeit dauern, bis die Erkenntnisse für den Imker umsetzbar sein werden. Daher heisst es auch hier, am Ball bleiben und sich regelmäßig weiterbilden.

Hobby, Nebenerwerb oder Vollerwerb?

Um die Imkerei im Nebenerwerb zu betreiben, benötigt man mindestens 30 Bienenvölker. Alles was darunter liegt, ist in der Regel eine reine Hobbyimkerei. Wer die Imkerei dagegen im Vollerwerb betreiben möchte, benötigt in der Regel einhundert und oft wesentlich mehr Bienenvölker. Wenn man sich in Imkerkreisen umhört, erfährt man oft, dass sich das hauptberufliche Imkern erst ab 300 Völkern richtig lohnen würde.
Hierbei besteht ein Bienenvolk aus cirka 50.000 Bienen. Diese produzieren dann im Schnitt um die 15 Kilo Honig. Je nach Witterung mal mehr und mal weniger.

Jahresablauf in der Imkerei

Die größte Sorge plagt den Imker im Winter. Denn wie ich in meinem anderen Artikel “Halten Bienen Winterschlaf” beschrieben habe, liegen die kleinen Insekten, entgegen der Annahme vieler, im Winter nicht auf der faulen Haut. Im Gegenteil. Die Bienen sind im Winter damit beschäftigt, ihren Stock warmzuhalten. Das ist eine kräftezehrende Arbeit, die viele Bienen nicht überleben. Daher ist die Hauptsorge des Imkers die, wie viele Bienen den Winter überlebt haben und wie stark das Bienenvolk in die neue Saison starten kann.
Denn dann im Frühjahr geht es gleich los. Das Frühjahr ist hier bei uns im Landkreis Karlsruhe eigentlich die Hauptzeit für die Bienen und den Imker. Denn aus den wenig überlebenden Bienen muss wieder ein starkes Volk werden. Das Volk muss sich im Frühjahr verdrei bis verfünffachen.

Imkerei ist vom Wetter abhängig

Was dann dem Imker noch im Wege stehen kann ist das schlechte Wetter. Imkern ist ein Teil der Landwirtschaft und damit auf das Wetter angewiesen. Bei schlechtem Wetter, zum Beispiel dann wenn viele der Blüten im Frühjahr erfrieren, finden die Bienen keine oder nur wenig Nahrung. Dadurch kann sich das Volk nicht richtig entwickeln und auch die Honigproduktion leidet darunter.
Sind die Bedingungen jedoch günstig, dann wächst das Volk schnell auf eine Stärke von 30.000 bis 50.000 Bienen an. Der Imker muss dann das Volk kontrollieren. Denn je stärker das Volk wird, desto mehr neigen die Bienen dazu zu schwärmen. Dies ist ein natürliches Verhalten der Bienen, die sich teilen und damit vermehren wollen. Dies will der Imker natürlich verhindern, ein Schwarm bedeutet, dass es unter günstigen Umständen für den Imker ein neues Volk gibt, gleichzeitig aber auch leider weniger Honig, denn mit dem teilen geht auch ein Teil der Arbeiterinnen, die für das Honigsammeln verantwortlich sind, verloren.
So konzentriert sich die Arbeit des Imkers von Frühjahr bis zirka zur Sommersonnenwende auf die Schwarmkontrolle. Nach dem 21. Juni kehrt dann wieder Ruhe ein und die Vorbereitungen auf den Winter können beginnen.

Was ist mit dem Honig?

Die Entnahme des Honigs erfordert am wenigsten Zeit. Die Honigentnahme dauert meist wenige Tage im Jahr. Die Waben werden entnommen, der Honig geschleudert, gesiebt und eventuell noch gerührt. Danach wird der Honig in Gläser abgefüllt und ist bereit zum Verzehr. Und genau dies ist das faszinierende am Honig. Als reines Naturprodukt trägt der Imker in der Regel nichts zur Veredelung bei. Die ganze Arbeit leisten die Bienen. So wie diese den Nektar gesammelt haben, diesen mit Enzymen versetzt und getrocknet haben, kommt der Honig ins Glas. Es ist also auch nicht überraschend, dass der größte Teil der Arbeit des Imkers in der Pflege der Biene besteht.

Roter Honig

Honig der high macht

Als Imker bekommt man von Zeit zu Zeit auch die Frage nach ganz speziellen Honigsorten gestellt. Denn es ranken sich viele Mythen um den roten Honig aus fernen Ländern der mit speziellen Wirkungen in Verbindung gebracht wird. Einer von diesen “speziellen” Sorten soll der Honig aus Nepal oder noch spezieller, dem Himalaya sein, dem eine psychedelische Wirkung nachgesagt wird.

Honig aus Nepal

In Nepal, dem am höchstgelegenen Land der Erde, wird ein ganz besonderer Honig geerntet. 40 % des Landes liegen über 3.000 Meter. Da kann man es sich hierzulande schwer vorstellen, dass auch in diesen hohen Regionen des Bergmassivs des Himalayas Bienen leben. Es handelt sich hierbei um Wildbienen, die sogenannten Kliffhonigbienen oder auch Himalaya-Klippen-Bienen. Dieses sind die größten Bienen der Welt. Sie sind knapp 3 cm. lang und bauen ihre Bienenstöcke an die steilen Felswänden des Massivs.

Allein die Herkunft des Honigs macht diesen besonders. Denn das Sammeln dieses seltenen Honigs birgt gewisse Gefahren in sich. Nicht nur, dass die Wildbienen ihren Stock und den Honig verteidigen auch der Sammler schwebt im wahrsten Sinn des Wortes in Lebensgefahr. An Strickleitern hangeln diese sich die Klippen hinab um an den Honig zu gelangen und diesen aus den Felswänden zu schneiden. Stürzt ein Kletterer ab, endet dies meist tödlich.

Macht der Rhododendron-Nektar high?

Die Pflanzenwelt in Nepal ist einzigartig. Unter anderem wächst dort in freier Natur auch der Rhododendron. Dieser soll dafür verantwortlich sein, dass der aus seinem Nektar gewonnene Honig ”high” machenden Eigenschaften besitzt. Denn die im Rhododendron-Nektar enthaltenen Giftstoffe sollen eine psychedelische Wirkung entfalten.
Die Wirkung soll sich irgendwo zwischen LSD und Ayahuasca bewegen. LSD, das Lysergsäurediethylamid, ist eines der stärksten bekannten Halluzinogene. Ayahuasca ist ein psychodelisch wirkender Pflanzensud, der von verschiedenen Amazonas-Ethnien bei zeremoniellen Ritualen Verwendung findet.

Grayanotoxin, nicht nur halluzinogen, sondern auch gefährlich

Grayanotoxine sind Neurotoxine, welche von diversen Pflanzen produziert werden. In ihrer Wirkung aktivieren sie Natriumionenkanäle im Körper. Schon lange bekannt ist die Wirkung im Honig, der aus dem Nektar des Rhododendron ponticum gewonnen wird.
Die Vergiftungen mit dieser Substanz gehen mit Übelkeit, Schwindel, Schwäche und niedrigem Blutdruck einher.
Ist die Dosierung zu hoch, können lebensbedrohliche Vergiftungen hervorgerufen werden. Daher ist er nicht nur halluzinogen, sondern auch gefährlich.

Psychedelischer Honig. Keine Erfindung unsere Zeit, sondern schon seit mehr als zweitausend Jahren bekannt.

Pontischer Honig

Dass der Honig aus dem Rhododendron high machen kann, ist schon lange bekannt. Bereits um 400 vor Christus sollen Griechen bei der Rückkehr aus der Schwarzmeerregion Honig mit psychedelischer Wirkung gegessen haben.
Die Schwarzmeerregion wird auch als Pontische Region (zum Schwarzen Meer gehörig) bezeichnet. Daher ist dieser Honig auch als Pontischer Honig bekannt. Andere Bezeichnungen sind auch Tollhonig, Giftiger Honig oder Türkischer Wildhonig.

Pontischer Honig als Aphrodisiakum

Pontischer Honig wird in manchen Kreisen als Aphrodisiakum angesehen, weshalb er – abgesehen von der psychedelischen Wirkung – noch heute gegessen wird.
In der medizinischen Literatur ist hierzu ein seltener, aber kurioser Fall beschrieben, bei dem wegen des Verzehrs von Pontischem Honig statt der Nebenwirkung des Honigs, ein Herzinfarkt diagnostiziert wurde und der Patient falsch behandelt wurde.

Noch mehr giftiger Honig

Giftiger Honig wird aus weiteren Teilen der Welt beschrieben. Lorbeerrosen aus Nordamerika sollen in seltenen Fällen giftigen Honig geliefert haben. Ebenso der Honig der Tutapflanze aus Neuseeland.
Auch in Deutschland gibt es ab und zu Berichte zu giftigem Honig. So soll zum Beispiel das Jakobskreuzkraut in Verdacht stehen, über den Honig giftig zu wirken.
Der Wirkstoff, der im Jakobskreuzkraut giftig wirkt sind die Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA. Diese wirken in großen Mengen tödlich auf Rinder oder Pferde.

PAs im Honig im Landkreis Karlsruhe

Dennoch müssen wir uns in der Region Karlsruhe und speziell hier in der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten keine allzu grossen Sorgen machen. Denn größere Vorkommen an Jakobskreuzkraut gibt es hier nicht. Weiterhin äußern sich Honigexperten dahingehend, dass die Honigbiene das Jakobkreuzkraut nicht anfliegen würde, wenn in der näheren Umgebung der Bienenstöcke genügend anderer Nektar zur Verfügung stehen würde.
In der Literatur konnte ich keinen beschriebenen Fall für eine Vergiftung eines Menschen mit einen durch Jakobskreuzkraut vergifteten Honig finden. Auch weitere Berichte über andere toxische Pflanzen, welche durch unsere heimische Honigbiene angeflogen werden, ließen sich nicht finden.

Daher mein Tipp, kaufen Sie Ihren Honig in der Heimat, bei Ihrem regionalen Imker!