Kochen mit Honig

Kochen mit Honig – eine Königsdisziplin

Kochen mit Honig könnte man schon fast als eine Königsdisziplin bezeichnen. Denn Honig ist nicht gleich Honig. Deutscher Bienenhonig kann so vielfältig im Geschmack sein. (Lesen Sie hierzu auch den Beitrag “Woher kommt die Farbe des Honigs?”).

 

Je nach Jahreszeit schmeckt der Honig unterschiedlich

Honig schmeckt unterschiedlich je nach Jahreszeit. Eine Frühtracht zum Beispiel, also der erste Honig des Jahres, schmeckt anders als eine Sommer- oder Spättracht. Das rührt daher, dass zu den unterschiedlichen Jahreszeiten, unterschiedliche Pflanzen blühen. Deren Nektar, den die Bienen sammeln, unterscheidet sich im Geschmack, je nach Pflanze. Denn die Pflanze ist fast voll für den Geschmack des Honigs verantwortlich. So reicht das Spektrum vom milden Blütenhonig aus Obstblüten oder der Akazie bis zum kräftigen Wald-, Kastanien- oder Sonnenblumenhonig.

 

Die Natur ist nicht jedes Jahr gleich

Auch die Natur wäre nicht die Natur, wenn Sie jedes Jahr gleich wäre. So wie ein Apfel in einem jeden Jahr ein wenig anders schmeckt, wenn er zum Beispiel einmal viel oder wenig Sonne abbekommt, so schmeckt auch ein Honig in einem jeden neuen Jahr anders. Das ist auch einer der Vorzüge, den Kunden von regionalen Imkern zu schätzen wissen. Dort gibt es keinen Honig der darauf angelegt ist, immer gleich zu schmecken. Das ist die Aufgabe des Supermarkthonigs. Der Imkerhonig soll jedes Jahr anders schmecken. Man soll die Vielfalt der Natur erleben können.

 

Die Raffinesse des Honigs in der Küche

Honig ist ein sehr vielseitiges Lebensmittel. Das Einsatzgebiet in der Küche reicht von bodenständigen Gerichten bis zur sehr feinen Gourmetküche. Egal ob es sich um ein BBQ im Sommer handelt, bei dem das Fleisch mit Honig mariniert wird oder eine Grillsoße die mit Honig zubereitet ist. Egal ob bei der Hokkaido-Kürbissuppe, in der Vinaigrette zum Salat – hervorragend bei Rohkostsalaten -, oder die Buttermöhrchen als Beilage, der Honig ist oft eine wichtige Zutat dieser Gerichte. Aber auch zu Fleisch, Geflügel oder Fisch passt Honig.
Beim Frühstück schmeckt der Honig nicht nur als leckerer Brotaufstrich in purer Form, sondern verleiht auch dem Müsli einen feinen Geschmack.

Kochen mit Honig – eine Königsdisziplin

Welche Honigsorten eignen sich?

Welche Honigsorte sich zu welchem Gericht eignet, hängt sehr stark von den sonstigen Produkten ab, die verwendet werden. Ein Honig, der bei uns in der Gegend um Linkenheim-Hochstetten sehr stark vertreten ist, ist die Scheinakazie, die sogenannte Robinie. Robinienhonig, – oft fälschlicherweise als Akazienhonig bezeichnet – hat einen angenehmen, süßen Geschmack, ist aber dabei sehr mild.
Eine weitere Honigsorte, die nicht aufdringlich schmeckt, dafür dennoch eine fein cremige Konsistenz hat, ist die des Rapses. Rapshonig unterstützt mit seiner zarten Süße die Gerichte ohne dabei zu sehr in Vorschein zu treten und die anderen Produkte geschmacklich zu überdecken.
Soll der Honig deutlicher in den Vorschein treten, empfiehlt sich ein Vielblütenhonig. Dieser ist kräftiger im Geschmack als der Raps- oder Akazienhonig, jedoch ohne allzu aufdringlich zu wirken.

 

Honigsorten mit starkem Aroma

Zu den Honigsorten mit starkem Aroma zählen bei uns, speziell hier bei meiner Imkerei in Hochstetten, hauptsächlich die Linde, die dann im Honig der Spät- oder Sommertracht beinhaltet ist. Der Lindennektar kann ein stark ausgeprägtes Aroma haben. Dies ist nicht von Nachteil, aber man sollte prüfen, ob der Geschmack zum Gericht passt, damit der Honig nicht zu intensiv in den Vordergrund tritt.
Ein ebenfalls sehr intensiv schmeckender Honig ist der, der Kastanie. Der ist oft bei Imkern aus der südlichen Pfalz oder von Wanderimkern in Reinform zu haben. Bei unserer Imkerei ist er oft als Beimischung – auch Beitracht genannt – enthalten. Löwenzahnhonig, der bei uns selten als Reinhonig zu erhalten ist, schmeckt auch kräftig. Weitere intensive Sorten sind der Heidehonig aus dem Norden der Republik, oder Sorten wie zum Beispiel Lavendelhonig aus der Südpfalz oder Frankreich.
Da es jedoch beim Essen, wie sonst nirgendwo auf den Geschmack ankommt, muss hier jeder seine Lieblingssorte finden. Der Kombination sind dann fast keine Grenzen gesetzt.

 

Worauf sollte ich beim Arbeiten mit Honig achten?

Damit der Honig seinen ursprünglichen Geschmack behält, sollte er stets im verschlossenen Glas aufbewahrt werden. Denn der Honig ist hydrophob, das heißt, er zieht das Wasser an. Ist der Honig nicht richtig verschlossen, kann es sein, dass sich auf den Honig ein wässrige Schicht bildet, die dazu führen kann, dass der Honig im Geschmack beeinträchtigt wird oder im schlimmsten Fall verunreinigt wird oder gar gärt.
Was auf der einen Seite ein Nachteil ist, ist auf der anderen Seite ein Vorteil. Denn durch diese Eigenschaft lässt sich Honig sehr gut mit anderen Flüssigkeiten mischen. Egal ob dies Wasser oder Alkohol ist, aber auch mit Butter oder Eiern lässt sich Honig sehr gut vermixen.
Der Honig kann sein Aroma am besten entfalten, wenn er warm ist. Direkt aus dem Kühlschrank fehlt viel an der breiten Geschmackspalette des Honigs. Wer jedoch die wichtigen Inhaltsstoffe des Honigs erhalten möchte, sollte diesen nicht über 38°C erhitzen.

 

Marinaden aus Honig

Gerade zur Grillzeit sind Marinaden mit Honig sehr beliebt. Wer damit arbeitet sollte darauf achten, dass es sein kann, dass der Honig sehr schnell karamelisiert, und danach verbrennt oder zumindest einen bitteren Geschmack abgeben kann. Dies hängt natürlich sehr stark von der Hitze und der Länge der Brat- oder Grillzeit ab. Soll speziell der süße und aromatische Geschmack des Honigs auf dem Gericht zum Vorschein treten, empfiehlt es sich, den Honig erst gegen Ende zuzugeben und zum Beispiel das Grillgut noch einmal am Ende mit der Honigmarinade zu bestreichen.

 

Honig in Getränken

Honig kann man nicht nur aufs Brot schmieren oder zum kochen verwenden, nein auch in Getränken schmeckt Honig gut!
Kommt der Honig in warme Getränke sollte ich darauf achten, dass diese nicht zu heiss sind. Zwar kann der Honig kurzzeitig etwas Temperatur aushalten, ist diese aber zu heiss oder ist der Honig zu lange einer warmen Temperatur ausgesetzt, gehen wichtige Inhaltsstoffe verloren.
Es empfiehlt sich daher, warme Getränke erst auf eine angenehme Trinktemperatur herunterkühlen zu lassen. Erst dann gibt man den Honig hinzu. Dann sollte das Getränk auch ohne längere Standzeit getrunken werden.

Da die Vielfalt unter den Honigsorten so groß ist, ist auch das Anwendungsspektrum groß. Bei Frucht-, Gemüse- oder Milchmixgetränken kann durch Honig der Geschmack gesteigert werden. Der Honig wirkt dabei als natürlicher Geschmacksverstärker.

In der kalten Jahreszeit kennt man den Grog, ein Getränk mit heißem Wasser und Rum. Diesem kann man durch die Zugabe einer kleinen Menge an Honig – zum Beispiel Waldhonig – eine interessante Note verleihen. Oder haben Sie schon einmal Glühwein statt mit Kandis mit Honig probiert? Eine leckere Alternative!

Wer gerne Tee trinkt und hierbei auf die vielfach künstlich aromatisierten Tees verzichten möchte, kann als natürliche Alternative aus dem Aromaspektrum der Honigwelt zurückgreifen und kleine Mengen von seinem Lieblingshonig dem Tee zufügen.

Zu guter letzt noch ein Geheimtipp. Diesen, für alle die gerne etwas mehr Umdrehungen in ihrem Getränk haben. Es gibt auch ein sehr wohlschmeckendes Honigbier. Lesen Sie hier in meinem Beitrag alles über “Honigbier“.

 

Auch zum Backen kann man Honig verwenden

Neben dem eben schon vorgestellten Anwendungsbereich kann man Honig auch zum Backen verwenden. In mehreren Artikeln habe ich schon geschrieben, dass man den Honig dazu nutzen kann, um den “gewöhnlichen” Zucker zu ersetzen. Dies gilt ganz speziell für Rezepte zum Backen. Aber haben Sie gewusst, dass der Honig rund 30 Prozent süßer schmeckt als raffinierter Zucker? Dies hat zur Konsequenz, dass Sie eigentlich weniger Süßungsmittel einsetzen müssen, um den gleichen Wirkungsgrad zu erhalten.
Eine Ausnahme gibt es hierbei allerdings. Waldhonige schmecken in der Regel weniger süß als die übrigen Honigsorten. Jedoch bietet dieser Honig gerade einen sehr würzigen Geschmack, der manchen Backwaren, zum Beispiel in der Weihnachtszeit, eine besondere Note verleihen kann.

 

Weitere Verwendung von Honig in der Küche

Neben dem verfeinern von Gerichten, Getränken und zum süßen von Backwaren, findet der Honig eine weitere Anwendung in der Küche. So kann man mit Honig Nahrungsmittel wie zum Beispiel Obst haltbar machen. Der Honig dient dann sozusagen als Konservierungsmittel. Was oft durch Kristall- oder Gelierzucker erreicht wird, kann durchaus auch mit Honig erreicht werden.