Das Honig in der Hausmedizin als Heilmittel eingesetzt wird, ist sicher kein Geheimnis. Ob dies nun zur Behandlung einer Erkältung ist, bei der empfohlen wird Tee oder eine Heisse Zitrone mit Honig zu sich zu nehmen oder aber ob Honig zur Wundheilung empfohlen wird. Aber wie sieht es eigentlich nach neuen Erkenntnissen mit der heilenden Wirkung des Honigs aus?

Hat Honig wirklich heilende Wirkung?

Eine der Fragen die man als Imker oft gestellt bekommt ist jene, ob der Honig wirklich heilende Eigenschaften hat. Stimmen die Überlieferungen aus alten Zeiten, in denen die Menschen diverse Leiden mit der Heilkraft des Honigs kuriert haben?
Im Altertum, also schon vor zehntausend Jahren, respektierten die Menschen die Biene, wegen ihres Könnens Honig zu produzieren. Denn der Honig galt als Speise der Götter. Als auserlesene Delikatesse stand er den Menschen lange Zeit als primäre Quelle zum Süssen von Speisen zur Verfügung.

Honigwasser als erster Powerdrink der Olympischen Spiele

Den Zucker, also die Kohlenhydrate die der Honig liefert, sind für den Körper leicht verwertbar. Dies bedeutet, dass unser Organismus den Honig rasch umwandeln und uns so neue Energie bereitstellen kann. Überlieferungen zufolge sollen die Teilnehmer der ersten Olympischen Spiele, also schon 776 Jahre vor Christus, Honigwasser genutzt haben, um ihre Leistungen zu verbessern. Damit dürfte der Honig, der erste Olympische Powerdrink der Geschichte gewesen sein.

Honig, alles nur Zucker?

Ein Fakt, vor dem viele Menschen Angst haben, wenn es um den Konsum von Honig geht, ist der, dass Honig zu 80 Prozent aus Zucker besteht. Aber Zucker ist nicht gleich Zucker.
Ernährungsphysiologisch sind Zucker nichts anderes als Kohlenhydrate. Als solche sind sie schon immer Teil unserer Ernährung und spielen daher eine wichtige Rolle. Dennoch unterscheidet man zwischen Einfach- und Mehrfachzucker.

Honig hat viele Einfachzucker

Den größten Teil des Honigs bilden die sogenannten Einfachzucker. Ganz grob gesagt, sind es um die 72 Prozent, die davon im Honig vorkommen. Man kennt diese beispielsweise auch unter den Namen Maltose, Fructose, Glucose oder auch Melezitose. Einfachzucker haben den Vorteil, dass diese vom Körper schneller aufgenommen werden können. Denn Einfachzucker müssen vom Körper nicht erst aufgespalten werden. Die Energie, die diese liefern wird somit schneller, aber sanft dem Körper zur Verfügung gestellt. Daher sind diese eigentlich ideal für Sportler oder Menschen mit einer körperlich anspruchsvollen Arbeit.
Der Unterschied zum Haushaltszucker

Den Zucker, den wir alle kennen wird zum großen Teil aus Zuckerrüben gewonnen. Wer schon einmal in der Karibik unterwegs war oder auf Hawaii, der kennt die großen Zuckerrohrplantagen. Auch das Zuckerrohr dient als Lieferant für unseren Haushaltszucker und machte damals die Zuckerbarone reich. Bei diesen Zuckern handelt es sich um sogenannte Polysaccharide oder zu deutsch, um Mehrfachzucker. Gegenüber den Einfachzuckern aus dem Honig muss der Mehrfachzucker aus dem Haushaltszucker erst aufgespalten werden.

Kann Honig bei so viel Zucker überhaupt gesund sein?

Rund 80 Prozent des Honigs besteht aus Zucker. Das ist eine Tatsache. Darum kommt es auch hier, wie bei allem im Leben, auf das Maß an. Das bedeutet, dass Honig, der im Übermass genossen, durchaus unerwünschte oder gar negative Effekte haben kann. Die Nebenwirkungen des Industriezuckers können bei gesteigertem Honigkonsum genauso auftreten.
Dennoch sind die Inhaltsstoffe, die der Honig bietet, durchaus wertvoll. Neben den schon erwähnten Zuckern, die dem Körper schnell zur Verwertung zur Verfügung stehen, wurden im Honig über 240 weitere Inhaltsstoffe nachgewiesen.

Hat Honig heilende Wirkung?

Der Honig hat über weitere, 240 Inhaltsstoffe

Einige dieser vielen, 240 weiteren Inhaltsstoffe sind zum Beispiel Enzyme, Aminosäuren – also Eiweiße -, Säuren, Mineralstoffe und Vitamine. Diese unglaubliche Vielfalt an Inhaltsstoffen hat wohl mit der Zeit dazu geführt, dass die Menschen den Honig als Heilmittel schätzen, ohne genau erklären zu können, warum dieser nun wirkt. So wurde der Honig für vielerlei eingesetzt. Mal mit nachweisbaren Erfolg, teils erfolglos und zum Teil auch mit “Placebowirkung”.

Ist Honig antibakteriell?

Eine Aussage, die weit verbreitet ist, ist jene über die antibakterielle Wirkung von Honig. Diese Aussage kann zum einen auf den Beobachtungen im Bienenstock beruhen. Denn was bereits häufig festgestellt wurde ist, dass der Honig im Bienenstock nahezu frei von Bakterien oder Pilzen ist.
Dies lässt sich über die Inhaltsstoffe des Honigs und seine Reifung erklären. Durch bestimmte Enzyme im noch jungen Honig bilden sich geringe Mengen an Wasserstoffperoxid. Diesen kennen manche noch als Wunddesinfektionsmittel aus den großen Flaschen in den alten Apotheken. Es wurde früher dazu verwendet, um Wunden frei von Bakterien zu bekommen, um so eine gute Wundheilung zu ermöglichen.
Während der Honig weiter reift, wird diesem Wasser entzogen. Dies führt dazu, dass der Wassergehalt ab und der Zuckergehalt zu nimmt. In diesem Milieu fühlen sich Pilze oder Bakterien nicht wohl und sterben ab.
Aber nicht nur die Tatsache, dass der Honig selbst praktisch frei von Bakterien ist macht ihn so wertvoll, sondern auch die Vermutung, dass der Honig durch seine Wirkweise in der Lage ist, die Kommunikation unter den Bakterien zu stören oder zu unterbrechen. Dadurch wird deren Ausbreitung verlangsamt oder gehemmt und macht manche Bakterien anfälliger für eine konventionelle schulmedizinische Behandlung.

Honig als Hausmittel bei Halsschmerzen und Husten

Ein Hausmittel, das sicher jeder kennt, ist bei Erkältungskrankheiten und deren Symptome wie Halsschmerzen oder Husten Honig einzusetzen. Die “Anti-Husten-Wirkung” ist schon lange überliefert und auch heutzutage ist in vielen Hustenbonbons noch Honig verarbeitet.
Eine Studie aus dem Jahr 2012 und 2014 mit dem Namen “Honey for acute cough in children” veröffentlicht im ‘Cochrane Database Syst. Rev.’ zeigt, dass die Wirkung von Honig bei der Behandlung von Husten gleich effizient ist, wie der Einsatz von Dextromethorphan, einem auf das Nervensystem wirkenden Hustenblocker.
Damit scheint das alte Hausmittel auch wissenschaftlich belegt zu sein.

Honig als weiteres Heilmittel

Weiter wird Honig als Heilmittel bei unterschiedlichen Symptomen eingesetzt. Hierzu gibt es auch verschiedenste Studien, die die Wirkung des Honigs bestätigen sollen. So zum Beispiel bei Magen-Darm-Entzündungen, bei Hautkrankheiten oder bei einigen Pilzerkrankungen.

Honig als Heilmittel
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