Honigwissen

Hilfe, der Honig schäumt!

In unserer Imkerei ist Honig ein reines Naturprodukt. Als solches kristallisiert der Honig bei längerer Lagerung aus. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Denn selbst in den Waben kann es vorkommen, dass der von den Bienen gesammelte Honig über den Winter in der Wabe auskristallisiert.

Auch bei uns wird Honig hart

Wenn die Bienen größere Mengen Honig einsammeln und nicht aller Honig sofort in Gläser abgefüllt wird, kommt dieser in einen Lagerbehälter. Dann passiert es, dass auch der Honig dort kristallisiert. Um ihn dennoch in Gläser abfüllen zu können wird der Honig sanft erwärmt. Dadurch wird er dünnflüssig und kann gut abgefüllt werden. Hierbei kann es passieren, dass im Honig eingeschlossene Luftbläschen und kleinste Pollenkörner aufsteigen können. Diese bilden dann auf der Oberfläche eine Schicht, die wie ein Schaum aussieht. Füllt man den Honig nun ab, kommt dieser Schaum mit in die letzten Gläser.

Der Besondere Geschmack

Zugegeben, schön aussehen, tut dieser Schaum nicht. Daher gelangen diese Gläser nicht in den Verkauf. Dennoch ist es ein besonderer Geschmack. Durch die eingeschlossenen Pollen, die nun konzentriert an die Oberfläche kommen, hat der Honig ein breites Spektrum an Aromen. Wer gerne kocht, weiß, dass man mit Essenzen (eine reduzierte Brühe oder ein konzentrierter Fond voll wasserlöslicher Aromen) eine wahre Geschmacksexplosion zaubern kann. Ähnlich ist es auch hier mit dem Honigschaum.
Darüber hinaus ist der Schaum auch nicht schädlich. Denn Pollen gelten ja generell als gesund.

Ein Glas Honig mit Honigschaum.
Ein Glas Honig mit Honigschaum. Ein echter Genuss!

Nur für Imker

Da unsere Gesellschaft dazu neigt alles perfekt und gleichförmig zu haben, passt ein Honig mit eingeschlossenem Honigschaum nicht in ein perfektes Bild. Daher gibt es bis jetzt einen solchen Honig “noch nicht” in den Verkaufsräumen und der fantastische Geschmack bleibt der Imkerfamilie vorbehalten.

Aber aufgepasst!

Nicht jeder Schaum im Honig ist der oben beschriebene Honigschaum. Aufpassen sollten Sie, wenn es sich um einen Gärschaum handelt. Dieser bildet sich dann, wenn der Wassergehalt im Honig zu hoch ist. Äußerlich zu unterscheiden sind die beiden Arten von Schaum sehr. Daher empfiehlt sich immer eine olfaktorische Prüfung. Beim Öffnen des Glases sollte dieser den typischen Honigduft aufweisen. Haben sie ein Gärgeruch in der Nase, sollten Sie vorsichtig sein.

Auf die Lagerung kommt es an

Honig ist hygroskopisch. Dies bedeutet, dass er Wasser aus der Luft anzieht. Daher sollte der Honig immer gut verschlossen sein und trocken gelagert werden.
Durch die hygroskopische Eigenschaft nimmt Honig auch sehr schnell fremde Gerüche und Geschmäcker an. Um dies zu vermeiden hilft auch hier den Honig immer gut zu verschließen!
Da Honig beziehungsweise dessen Bestandteile lichtempfindlich sind, empfiehlt sich eine dunkle Lagerung.

Honigbier

Einmal ein ganz anderes Thema hier auf unserem Honig-Blog, Honigbier. Die Geschichte dieses Getränks geht weit zurück in die Vergangenheit. Aber auch in der heutigen Zeit hat dieses Getränk bekannte Liebhaber.

Bier aus Honig

Für die Nation die das Reinheitsgebot erfunden hat, mag es befremdend klingen. Bier unter Zugabe von Honig gebraut.

Honigbier ein süßer Trunk?

Wer jetzt erwartet, dass das fertig gebraute Bier wegen der Zugabe des Honigs ein klebrig süßes Gesöff sei, der muss enttäuscht werden. Zwar schmeckt das Bier etwas süßer als man das eventuell von einem herben Blonden aus dem Norden gewohnt ist, aber den süßen Geschmack, den man von einer klebrigen Zuckerbrause kennt, fehlt gänzlich. Dies liegt am Brauverfahren und dem Zeitpunkt zu dem der Honig zugegeben wird. Denn der Honig kommt entweder zur Würze oder zum Jungbier dazu. Dies hat zur Folge, dass der Zucker welcher im Honig ist, im Gärvorgang mit vergoren wird. So bleibt von der Süsse des Honigs, nachdem das Bier fertig ist, nur noch wenig übrig.

Wenn das Bier trotzdem süß nach Honig schmeckt

Sollten Sie dagegen ein Honigbier getestet haben, das süss und voll nach Honig schmeckte, mag das an einem anderen Herstellungsverfahren liegen.
Denn es gibt auch eine von der oben beschriebenen alternativen Methode dem Bier den Honig zuzusetzen. Hierbei wird dem Bier der Honig jedoch erst dann zugegeben, nachdem der Gärvorgang des Biers beendet ist. Jedoch handelt es sich dann streng genommen um ein Biermischgetränk und damit um kein wirkliches Bier.

Honigbier kannten schon die Germanen

Die Germanen brauten Bier, soviel ist bekannt. Dieses wurde aus Zweikorn, auch Emmer genannt, und Gerste hergestellt. Dass dem Bier auch Honig zugesetzt wurde, fand man durch Ausgrabungen heraus. Die hierbei gefundene Trinkhörner enthielten Bier mit Honig. Dies hatte einen einfachen Grund. Dem heutigen Bier wird Hopfen zugegeben. Dies verlängert die Haltbarkeit des Getränks. Der Haken für die Germanen war, dass es den Hopfen respektive die Idee zur Verwendung des Hopfens zur Bierherstellung im Mittelalter noch nicht gab. Daher setzten die Germanen den Honig sozusagen als Konservierungsmittel für ihr Bier ein. Dies funktionierte deshalb, da der Honig Konservierungsstoffe enthält, die von den Bienen übernommen werden. Damit hatten die alten Germanen einen Weg gefunden, ihr Bier haltbar zu machen.

Honigbier in anderen Kulturkreisen

Auch in anderen Kulturkreisen gibt es Honigbier. So sind im Internet zum Beispiel viele Rezepte über traditionelles afrikanisches Honigbier zu finden. Hierbei wird meist ein Ansatz aus Honig oder Honigwaben und Wasser hergestellt. Diesem wird dann bei der Gärung je nach Rezept, Hopfen, Teile des Gesho-Strauches oder andere Dinge zugesetzt. Der Ansatz wird dann über mehrerer Tage vergoren.
Daher ähnelt das Herstellungsverfahren und damit auch das Endprodukt mehr dem Met, also dem Honigwein, als dem tatsächlichen Honigbier.

Ein Amerikanischer Präsident liebt das Honigbier

Im Jahre 2012 gabe es in den amerikanischen Medien viel Wirbel um das sogenannte “White House Honey Ale”. Der Hintergrund der Geschichte ist, dass sich der damalige Amerikanische Präsident Barack Obama in die Küche des Weißen Hauses eine kleine Bierbrauanlage hat einbauen lassen. Der Favorit des Präsidenten kristallisierte sich schnell als Honigbier heraus. Tagelang wurde die Neugier geschürt, bis die Öffentlichkeit dann das Rezept für des Präsidenten liebstes Bier erhielt.

Quelle: Wikipedia.org – Official recipe as described.
This image is a work of an employee of the Executive Office of the President of the United States, taken or made as part of that person’s official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.

Honigbier hier in Deutschland

Auch hier in Deutschland findet man Honigbier. Kleine Brauereien bieten Honigbier als sogenanntes Craft Beer an. Craft Beer entstammt einer Bewegung, die in den USA begonnen hat. Seit den 1970er Jahren produzieren Hobbybrauer kleinere Mengen an handwerklich ausgereiften Biersorten. Daher auch der Name Craft Beer, welcher an den englischen Begriff to craft, also handwerklich Arbeiten zurück geht.

Abnehmen mit Honig

Honig als Fettburner

Es klingt paradox, dass ein süsses Lebensmittel beim Abnehmen helfen soll. Aber im Internet kursieren zur Zeit Rezepte, in denen Honig in Kombination mit einem Gewürz als Fettburner wirken soll.

In den entsprechenden Foren und Magazinen im Internet wird angepriesen, dass man mit dem Mischgetränk aus Honig, ohne körperliche Anstrengung Gewicht verlieren könne. Das Geheimnis liege demnach in der Kombination aus Honig und Zimt.

Honig mit Zimt für die Fettverbrennung

Die Verknüpfung von Honig und Zimt soll die Wunderwaffe zum schmelzen der Pfunde sein. Die Mischung der beiden Lebensmittel soll den Stoffwechsel anregen.
Was bereits vor 3000 Jahren in China als Heilpflanze verwendet wurde. Neue Erkenntnisse die auf verschiedenen Sport-, Fitness- und Gesundheitsseiten verbreitet werden, weisen auf die angeblich positive Wirkung von Zimt auf den Blutzuckerspiegel hin.

Zimt soll den Blutzuckerspiegel senken

Zimt soll den Blutzuckerspiegel regulieren, denn es enthält wichtige sekundäre Pflanzenstoffe. Somit soll Zimt indirekt auch auf den Insulinspiegel einwirken. Man erhofft sich, dass bei einem regelmäßigen Konsum von Zimt somit die Fettpölsterchen dahinschmelzen.
Ein weiterer positiver Effekt ist, dass durch einen gleichbleibenden Blutzuckerspiegel die gefürchteten Heißhungerattacken ausbleiben. Damit hätte Zimt noch einen weiteren Vorteil, nämlich dass damit der Appetit gezügelt werden kann.
Im übrigen sollen durch Zimt, auch schon in geringen Mengen, die Blutfettwerte gesenkt werden.

Wer abnehmen möchte, sollte Honig essen

Für viele kaum zu glauben, dass wenn man abnehmen möchte, empfohlen wird, Honig zu essen. Dies ist aber leicht erklärt. Honig hat gegenüber dem normalen Haushaltszucker einen Vorteil. Honig beinhaltet ungefähr zur Hälfte Fruchtzucker. Die Verdauung von Fruchtzucker läuft in unserem Körper wesentlich langsamer ab, als die Verdauung des üblichen Haushaltszuckers. Dies hat zur Folge, dass der Körper wesentlich länger das Gefühl hat, satt zu sein.
Darüber hinaus hat der Honig viele wichtige Nährstoffe, die sich positiv auf unseren Körper auswirken. So kann der Honig zum Beispiel stressreduzierend wirken oder einen wichtigen Beitrag zur Schlafregulierung leisten. Honig enthält unter anderem Aminosäuren, Vitamine und Mineralsalze.

Weitere positive Eigenschaften dieser Kombi

Neben den positiven Eigenschaften auf das Schmelzen der Fettpölsterchen soll diese Mixtur sich generell positiv auf die Abwehrkräfte auswirken und darüber hinaus auch noch die Libido erhöhen.

Wie wird der Drink aus Honig und Zimt zubereitet?

Die Zubereitung ist recht einfach. Sie benötigen lediglich drei Zutaten. Honig, Zimt und kochendes Wasser.
Geben Sie einen Teelöffel Zimt in einen Becher (250 ml) und übergießen Sie diesen mit kochendem Wasser. Lassen Sie das ganze etwas abkühlen und geben dann zwei Teelöffel Honig hinzu.

Der Honig sollte nicht zu sehr erhitzt werden

Wichtig ist, dass Sie den Honig nicht in das zu heiße Wasser geben. Denn manche wertvollen Inhaltsstoffe reagieren empfindlich auf Hitze und könnten zerstört werden. Der richtige Zeitpunkt dürfte dann erreicht sein, wenn das Ganze auf Trinktemperatur abgekühlt ist.

Honig und Zimt, die perfekte Kombination um die Pfunde schmelzen zu lassen.

Wie sollten Sie den Drink einnehmen

Da sich das Getränk positiv auf den Stoffwechsel auswirken soll, werden zwei Trinkempfehlungen ausgesprochen. Zum einen wird empfohlen eine Tasse vor dem Frühstück zu sich zu nehmen. Dies soll den Stoffwechsel für den Tag in Schwung bringen.
Eine zweite Tasse sollte dann vor dem zu Bett gehen eingenommen werden. Denn oft wird unterschätzt, dass wichtige Prozesse im Körper auch in der Nacht, während wir schlafen ablaufen.

Ist Zimt gefährlich?

Vielen steckt noch die Angst in den Knochen, dass Zimt gefährlich sei. Denn im Jahr 2006 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor gewarnt, dass wer viel Zimt zu sich nehme, sich zu stark mit Cumarin belasten würde.
Cumarin ist ein natürlicher Bestandteil des Zimts. Und dieses Cumarin war auch der Stein des Anstosses. Wissenschaftler hatten festgestellt, dass bei Patienten die cumarinhaltige Medizin einnahmen sich bei sechs bis acht Prozent eine Schädigung der Leber zeigte, die in seltenen Fällen sogar bis zum Leberversagen führte.
Mittlerweile gibt es weitere, kleine Studien die Tendenzen dafür zeigen, dass wohl Patienten mit Vorerkrankungen der Leber stark auf das Cumarin reagieren. Beim Absetzen der Medikamente, gingen die Beschwerden jedoch wieder zurück.
Das Bundesamt wollte damals mit seiner Warnung wohl auf Nummer sicher gehen.

Ist Zimt gleich Zimt?

In der Regel werden zwischen zwei Arten von Zimt unterschieden. Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt.
Der Anteil von Cumarin im Cassia-Zimt liegt im Durchschnitt bei 3000 Milligramm je Kilogramm. Beim Ceylon-Zimt sind es dagegen nur acht Milligramm je Kilogramm. Ein deutlicher Unterschied.
Wer sich also dafür entscheidet, regelmäßig Zimt zu konsumieren, sollte auch auf die richtige Sorte zurückgreifen. Im übrigen empfiehlt es sich, wie bei jeder Ernährungsumstellung, diese mit dem Hausarzt abzusprechen.

Abnehmen im Schlaf

Trotz aller positiven Eigenschaften von der Honig- und Zimt-Kombination, empfehlen Ernährungs- und Fitnessexperten sich regelmässig zu bewegen. Denn eine gesunde Ernährung kann einen Gewichtsverlust nur unterstützen. Wunder wie ein Abnehmen im Schlaf darf man ohne das entsprechende Trainingsprogramm nicht erwarten.

Roter Honig

Honig der high macht

Als Imker bekommt man von Zeit zu Zeit auch die Frage nach ganz speziellen Honigsorten gestellt. Denn es ranken sich viele Mythen um den roten Honig aus fernen Ländern der mit speziellen Wirkungen in Verbindung gebracht wird. Einer von diesen “speziellen” Sorten soll der Honig aus Nepal oder noch spezieller, dem Himalaya sein, dem eine psychedelische Wirkung nachgesagt wird.

Honig aus Nepal

In Nepal, dem am höchstgelegenen Land der Erde, wird ein ganz besonderer Honig geerntet. 40 % des Landes liegen über 3.000 Meter. Da kann man es sich hierzulande schwer vorstellen, dass auch in diesen hohen Regionen des Bergmassivs des Himalayas Bienen leben. Es handelt sich hierbei um Wildbienen, die sogenannten Kliffhonigbienen oder auch Himalaya-Klippen-Bienen. Dieses sind die größten Bienen der Welt. Sie sind knapp 3 cm. lang und bauen ihre Bienenstöcke an die steilen Felswänden des Massivs.

Allein die Herkunft des Honigs macht diesen besonders. Denn das Sammeln dieses seltenen Honigs birgt gewisse Gefahren in sich. Nicht nur, dass die Wildbienen ihren Stock und den Honig verteidigen auch der Sammler schwebt im wahrsten Sinn des Wortes in Lebensgefahr. An Strickleitern hangeln diese sich die Klippen hinab um an den Honig zu gelangen und diesen aus den Felswänden zu schneiden. Stürzt ein Kletterer ab, endet dies meist tödlich.

Macht der Rhododendron-Nektar high?

Die Pflanzenwelt in Nepal ist einzigartig. Unter anderem wächst dort in freier Natur auch der Rhododendron. Dieser soll dafür verantwortlich sein, dass der aus seinem Nektar gewonnene Honig ”high” machenden Eigenschaften besitzt. Denn die im Rhododendron-Nektar enthaltenen Giftstoffe sollen eine psychedelische Wirkung entfalten.
Die Wirkung soll sich irgendwo zwischen LSD und Ayahuasca bewegen. LSD, das Lysergsäurediethylamid, ist eines der stärksten bekannten Halluzinogene. Ayahuasca ist ein psychodelisch wirkender Pflanzensud, der von verschiedenen Amazonas-Ethnien bei zeremoniellen Ritualen Verwendung findet.

Grayanotoxin, nicht nur halluzinogen, sondern auch gefährlich

Grayanotoxine sind Neurotoxine, welche von diversen Pflanzen produziert werden. In ihrer Wirkung aktivieren sie Natriumionenkanäle im Körper. Schon lange bekannt ist die Wirkung im Honig, der aus dem Nektar des Rhododendron ponticum gewonnen wird.
Die Vergiftungen mit dieser Substanz gehen mit Übelkeit, Schwindel, Schwäche und niedrigem Blutdruck einher.
Ist die Dosierung zu hoch, können lebensbedrohliche Vergiftungen hervorgerufen werden. Daher ist er nicht nur halluzinogen, sondern auch gefährlich.

Psychedelischer Honig. Keine Erfindung unsere Zeit, sondern schon seit mehr als zweitausend Jahren bekannt.

Pontischer Honig

Dass der Honig aus dem Rhododendron high machen kann, ist schon lange bekannt. Bereits um 400 vor Christus sollen Griechen bei der Rückkehr aus der Schwarzmeerregion Honig mit psychedelischer Wirkung gegessen haben.
Die Schwarzmeerregion wird auch als Pontische Region (zum Schwarzen Meer gehörig) bezeichnet. Daher ist dieser Honig auch als Pontischer Honig bekannt. Andere Bezeichnungen sind auch Tollhonig, Giftiger Honig oder Türkischer Wildhonig.

Pontischer Honig als Aphrodisiakum

Pontischer Honig wird in manchen Kreisen als Aphrodisiakum angesehen, weshalb er – abgesehen von der psychedelischen Wirkung – noch heute gegessen wird.
In der medizinischen Literatur ist hierzu ein seltener, aber kurioser Fall beschrieben, bei dem wegen des Verzehrs von Pontischem Honig statt der Nebenwirkung des Honigs, ein Herzinfarkt diagnostiziert wurde und der Patient falsch behandelt wurde.

Noch mehr giftiger Honig

Giftiger Honig wird aus weiteren Teilen der Welt beschrieben. Lorbeerrosen aus Nordamerika sollen in seltenen Fällen giftigen Honig geliefert haben. Ebenso der Honig der Tutapflanze aus Neuseeland.
Auch in Deutschland gibt es ab und zu Berichte zu giftigem Honig. So soll zum Beispiel das Jakobskreuzkraut in Verdacht stehen, über den Honig giftig zu wirken.
Der Wirkstoff, der im Jakobskreuzkraut giftig wirkt sind die Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA. Diese wirken in großen Mengen tödlich auf Rinder oder Pferde.

PAs im Honig im Landkreis Karlsruhe

Dennoch müssen wir uns in der Region Karlsruhe und speziell hier in der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten keine allzu grossen Sorgen machen. Denn größere Vorkommen an Jakobskreuzkraut gibt es hier nicht. Weiterhin äußern sich Honigexperten dahingehend, dass die Honigbiene das Jakobkreuzkraut nicht anfliegen würde, wenn in der näheren Umgebung der Bienenstöcke genügend anderer Nektar zur Verfügung stehen würde.
In der Literatur konnte ich keinen beschriebenen Fall für eine Vergiftung eines Menschen mit einen durch Jakobskreuzkraut vergifteten Honig finden. Auch weitere Berichte über andere toxische Pflanzen, welche durch unsere heimische Honigbiene angeflogen werden, ließen sich nicht finden.

Daher mein Tipp, kaufen Sie Ihren Honig in der Heimat, bei Ihrem regionalen Imker!

Woher kommt die Farbe des Honigs?

Die Farben des Honigs

Honig kann verschiedene Farben haben. Die Honigfarbe ist in der Regel abhängig von den Blüten die im Umkreis des Bienenstocks blühen.

Goldgelber Honig

Der bekannte goldgelbe Farbton des Honigs, kommt bei uns in Linkenheim-Hochstetten meist aus Blüten von Obstbäumen in den Gärten, von Streuobstwiesen, der Robinie, die auch Scheinakazie genannt wird und der Linde. Jede dieser Blüten bringt dem Honig einen leicht unterschiedlichen Farbton.
Der Honig der Akazie und der Obstblüten ist hellgelb, wobei Honig von der Linde hellgelbgrün sein kann.
Da der Honig ein Naturprodukt ist, und die genannten Blüten zu unterschiedlichen Zeiten blühen, variiert die Farbe des Honigs, die Konsistenz und der Geschmack. Je nachdem zu welcher Jahreszeit der Honig geerntet wurde und an welchen Blüten sich die Bienen aufgehalten haben, fällt der Honig vom regionalen Imker von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Dies unterscheidet den Imkerhonig von den Massenprodukten aus dem Lebensmittelhandel. Unsere Kunden schätzen die jährlichen Unterschiede und freuen sich auf die neue Ernte und das neue Geschmackserlebnis.

Weißer Honig

Der Honig kann aber auch einen weißen Farbton haben. Bei uns in der Region kommt ein solcher Honig meist aus den Blüten des Raps. Leider wurde in Linkenheim-Hochstetten die vergangenen Jahre immer weniger Raps angebaut. Für den weißen Honig muss der Imker also wandern, das bedeutet er muss seine Bienen an einen Ort bringen, an dem noch Rapsfelder vorhanden sind. In den vergangenen Jahren war dies in Stutensee oder Graben-Neudorf möglich.
In anderen Regionen gibt es große Felder mit Klee. Die Blüten des Klees geben ebenfalls einen sehr aromatischen, weißen Honig.

Dunkelgelb bis rötlicher Honig

Oft ist zu sehen, dass die Honigsorten aus dem Sommer dunkler in der Farbe werden. Vom goldgelben kann dann die Farbe vom dunkelgelben ins rötliche fallen.
Leider sind aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung Freiflächen mit Blumen sehr selten geworden. Ein sehr intensiver, dunkelgelber Honig ist zum Beispiel der der Kornblume. Weiter im Norden findet man dann einen rotgelben Heidehonig.

Brauner Honig

Den typisch braunen Honig gibt es in zwei Varianten. Einmal von der Esskastanie. Diese ist sehr stark in der Südpfalz im Pfälzer Wald vertreten. Um diesen Honig sortenrein zu gewinnen, muss der Imker seine Bienen in das Gebiet der Kastanienwälder, also in die Pfalz fahren.
Ein weiterer, dunkler Honig ist der sogenannte Waldhonig. Dieser entstammt dem Honigtau der Fichten, Kiefern, Eichen oder anderer Waldbäume. Waldhonig kann entweder sortenrein gewonnen werden, wenn der Imker seine Bienen im Wald aufstellt oder als sogenannte Beitracht bei anderen Honigsorten beigemischt sein.

Honig hat unterschiedliche Farben. Von goldgelb bis dunkelbraun.

Woher kommen die unterschiedlichen Färbungen?

Der Nektar der Pflanzen selbst ist farblos. Die Färbung des Honigs kommt durch die Pflanzen an welchen die Bienen den Nektar aufgenommen haben. Ebenso entscheidend ist der Anteil des Honigtaus im Honig.
Die typische Färbung der einzelnen Honigsorten kommt vielmehr durch die Pollen der Pflanzen. Über sie geraten die Farbstoffe hinein. Ein Vertreter dieser Farbstoffe sind zum Beispiel die Anthocyane, ein Pflanzenfarbstoff der im Zellsaft fast jeder Pflanze vorkommt. Er färbt Pflanzen oder Früchte rot, violette oder blau. Ein gelblich bis rötlicher Farbton kann zum Beispiel über Carotinoide in den Honig gelangen. So gibt es weitere Stoffe, die für die eigentliche, typische Färbung des Honigs verantwortlich sind.

Blauer und grüner Honig

Während zum Beispiel beim Lindenblütenhonig eine hellgelbgrüne Färbung normal ist, sind intensivere Färbungen bei Honig nicht normal. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Bienen statt dem Nektar der Blüten andere Substanzen finden und diese sammeln.

So produzierten zum Beispiel im Jahr 2012 Bienen um die Stadt Ribeauvillé im Elsass intensiv grünen und blauen Honig. Der vermutete Grund für die bunte Färbung des Honigs war der, dass die Bienen statt Nektar von Pflanzen zu sammeln von einer Biogasanlage angelockt wurden. Dort wurden Abfälle einer Schokoladenproduktion verwertet. Die dort vorhandene Lebensmittelfarbe wurde dann von den Bienen in den Stock zurück gebracht und färbte den Honig bunt.

Auch von anderen Ländern ist bekannt, dass es ab und zu ungewöhnliche Verfärbungen im Honig gibt.